Aktionskonsens

Die Version aus letztem Jahr:

Am Pfingst-Wochenende vom 13. bis 16. Mai 2016 werden wir gemeinsam mit vielen Menschen durch Aktionen des Zivilen Ungehorsams den reibungslosen Ablauf in einem Tagebau des Lausitzer Braunkohlereviers mächtig durcheinanderbringen. Durch unsere Anwesenheit im und am Tagebau, bei und auf den Baggern, den Kohlebahnen, vor den Werkseinfahrten und der sonstigen technischen Infrastruktur werden wir den Kohlekonzern Vattenfall dazu bringen, den regulären Betrieb einzustellen. (Aktionskonsens als pdf)

Wir setzen damit ein Zeichen gegen den weiteren Abbau und die Verbrennung von Kohle, eine der größten Ursachen für die globale Klimaerwärmung und ihre dramatischen Folgen. Angesichts der Dringlichkeit des Klimaproblems halten wir es für notwendig und angemessen, einen Schritt weiter zu gehen: vom öffentlichen Protest zum Zivilen Ungehorsam.

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Unsere Aktionsform ist eine offen angekündigte Massenblockade mit vielfältigen Beteiligungsmöglichkeiten – nach dem Vorbild der erfolgreichen Tagebaubesetzung im Sommer 2015 im Rheinland. Ob protesterfahren oder nicht, alle sollen teilnehmen können: Einige werden in den Tagebau hinabsteigen und Bagger und andere technische Infrastruktur blockieren, andere werden den Kohlenachschub zu den Kraftwerken stoppen. Wieder andere werden in der Nähe der Abbruchkante protestieren. Zudem wird es an diesem Wochenende eine angemeldete und legale Demonstration geben.

Wir werden in der Blockade Strohsäcke, Schaumstoff und Luftmatratzen mit uns führen, damit wir unsere Blockade bequem gestalten können. Mit vielfältigen Transparenten, thematischen Gegenständen und Plakaten machen wir die diversen zerstörerischen Folgen des Abbaus und der Verbrennung der Kohle sichtbar. So können zum Beispiel Ortsschilder auf abgebaggerte Dörfer hinweisen, Symbole der Flucht auf die Menschen, die aufgrund des Klimawandels ihr Land verlassen müssen. Windräder können die Alternativen zur fossilen Energiegewinnung symbolisieren, Neubepflanzungen in der Grube den Protest gegen die Zerstörung fruchtbarer Ackerböden durch den Kohleabbau.

Wir werden uns ruhig und besonnen verhalten, von uns wird keine Eskalation ausgehen, wir gefährden keine Menschen. Wir werden mit unseren Körpern blockieren und besetzen, wir werden dabei keine Infrastruktur zerstören oder beschädigen. Absperrungen von Polizei oder Werkschutz werden wir durch- oder umfließen und uns auf keine Provokationen einlassen. Unsere Aktion wird ein Bild der Vielfalt, Kreativität und Offenheit vermitteln. Unsere Aktion richtet sich nicht gegen die Arbeiter*innen von Vattenfall oder gegen die Polizei. Die Sicherheit der teilnehmenden Aktivist*innen, sowie der Arbeiter*innen hat oberste Priorität. Wir bereiten uns gut auf einen sicheren Weg zu unseren Aktionsorten vor, wie den Abstieg in den Tagebau und den Weg zur Kohlebahn.

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Wir kommen aus verschiedenen Sozialen Bewegungen und politischen Spektren. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für das Gelingen der Aktion. Wir wollen eine Situation schaffen, die für alle Teilnehmenden transparent ist und in der wir aufeinander achten und uns unterstützen. Mit Aktionstrainings im Vorfeld werden wir uns gemeinsam auf die Blockade vorbereiten. Wir sind solidarisch mit allen, die Widerstand gegen die Klimazerstörung durch Kohlekraftwerke und gegen die sozialen und ökologischen Folgen fossiler Energieversorgung leisten. Wir stellen uns entschieden gegen alle Versuche, den Widerstand gegen den Kohleabbau für reaktionäre oder nationalistische Ziele zu gebrauchen.