Ende
Gelände
2018


Kohle stoppen. Klima schützen.

Newsletter #36: We are unstoppable – another world is possible!

Es gibt Momente, die kollektive Gänsehaut erzeugen – und das vergangene Aktions-Wochenende hielt einige davon bereit. Wenn wir uns zu Tausenden bei Sonnenaufgang sammeln, um gemeinsam in Aktion zu gehen.

Wenn wir die Versuche der Polizei uns aufzuhalten überwinden, Polizeilinien und Wasserwerfern trotzen, und schließlich klar ist; wir sind so viele, wir sind unräumbar. Wenn wir, nach einer Nacht Ende Oktober auf den Schienen der Kohlebahn, glücklich, ermächtigt und voller Energie auf dem Camp zusammen kommen und in der Luft liegt: Hier entsteht gerade etwas Großartiges.

Die Aktion war die größte Ende Gelände Aktion, die es bisher gab. Über 6.000 Menschen, viele davon aus dem europäischen Ausland, kamen zusammen und haben über 24 Stunden lang dreckige Kohleinfrastruktur im Rheinland blockiert. Weder die Versuche von Politik und Polizei unseren Protest zu kriminalisieren, das Camp zu verhindern oder die Anreise zu erschweren, noch die kühlen Oktober-Nächte konnten unsere Entschlossenheit brechen. Gemeinsam haben wir gezeigt: der Kohleausstieg ist nicht aufzuhalten – wir kommen wieder bis der letzte Bagger steht!

Währenddessen organisieren sich immer mehr Menschen und bauen lokale Gruppen auf, um sich langfristig für Klimagerechtigkeit und ein gutes Leben für Alle einzusetzen.

An dieser Stelle: Danke! Das vielfältige Engagement tausender Menschen macht solche Aktionen überhaupt erst möglich. Diese ermutigenden Bilder gehören uns allen:

 

  1. Presse-Echo der Aktion
  2. Zusammenfassung vom Legalteam
  3. Rückblick und Ausblick
  4. Strategiekonferenz der Klimagerechtigkeitsbewegung: Dokumentation und wie weiter?
  5. Spenden

 

1. Presse-Echo der Aktion

Unsere Aktionen wurden von der Presse überwiegend positiv aufgegriffen. Wir konnten zeigen, dass es nicht nur um den Hambacher Forst, sondern um den sofortigen Kohleausstieg und Klimagerechtigkeit geht.

Einen kurzen Überblick zum deutschen und internationalen Pressespiegel findet ihr hier.

Fotos findet ihr hier.

und das Video findet ihr momentan auf der Startseite [https://www.ende-gelaende.org].

2. Zusammenfassung vom Legalteam

Auch in diesem Jahr war eine Seite von Ende Gelände die der Repression:
Schon im Vorfeld verhinderte die Polizei eine geeignete Campfläche zu finden und das zuerst in Manheim errichtete Camp räumte sie sogar. Die Menschen aus dem Sonderzug wurden bereits bei der Ankunft komplett gekesselt, durchsucht und kontrolliert. Nach Aktionsbeginn wurde der orange Finger sowie eine Sitzblockade komplett in Gewahrsam genommen und musste teilweise stundenlang ohne Toiletten in Bussen warten. Die Menschen, die am Sonntag nicht freiwillig von den Gleisen gehen wollten, wurden teils brutal geräumt, die Gefangenenzüge aber dafür von einer Kletter- und einer Lock-On-Aktion aufgehalten. Am Montag wurden auch die letzten EG-Aktivistis nach Haftprüfungen frei gelassen.
Aktuell stehen zwei Prozesstermine gegen Hambi-Aktivist*innen an, die im Frühjahr bei Räumungen im Hambacher Forst aktiv waren. Kommt gerne am 12. und 20. November um 9 Uhr zum Amtsgericht Düren, um den Betroffenen solidarisch zur Seite zu stehen. Denn meist trifft es Einzelne, doch gemeint sind wir alle!

 

3. Rückblick und Ausblick: werdet aktiv!

Es liegt eine ereignisreiche Zeit hinter uns. Auf den Klimacamps wurden neue Kontakte geknüpft und gemeinsame Aktionen mit unseren europäischen Freund*innen in Tschechien und den Niederlanden durchgeführt. Im Zuge der Räumung entwickelte sich mit der Gruppen-Plattform spontan eine neue Struktur, die innerhalb kürzester Zeit eine weitere Ende Gelände-Aktion auf die Beine stellte. Und auch die Weitergabe von Wissen und den nötigen Fähigkeiten wurde noch irgendwie bewerkstelligt. So haben wir nicht nur die bisher größte Aktion erlebt, sondern konnten auch wieder neuen Menschen den Zugang ins Bündnis ermöglichen.

Der Klimagerechtigkeitsbewegung ist mit der nochmaligen Rodungsverhinderung ein großer Erfolg gelungen. Und auch wenn es „nur“ ein Gerichtsurteil war; die Bewegung hat die Akzente gesetzt und überhaupt erst das gesellschaftliche Klima geschaffen, welches schließlich zum (vorläufigen) Rodungsstopp führte.
Es sind also spannende Zeiten! Bringt euch ein, macht mit, es braucht jede*n Einzelne*n! Lasst uns gemeinsam den Systemwandel organisieren…

  1. Findet die nächste lokale Klimagruppe  in eurer Region:
  2. Wenn es bei euch in der Gegend noch keine gibt: gründet eine! Wenn ihr dazu Unterstützung braucht, meldet euch!
  3. Anfang des nächsten Jahres wird es ein großes Ende Gelände Treffen geben, bei dem neue Pläne beschlossen werden, und zu dem Neueinsteiger*innen herzlich eingeladen sind. Mehr Infos dazu in den kommenden Newsletter.

Vom 30.11.-2.12. findet in Bonn das Auswertungstreffen von Ende Gelände 2018 statt. Hier wollen wir mit allen, die in den AGs, Ortsgruppen oder anderweitig in der Vorbereitung von Ende Gelände beteiligt waren, das ganz besondere letzte Jahr auswerten. Wenn ihr schon wisst, dass ihr dabei seid, denkt daran, euch anzumelden.

4. Strategiekonferenz der Klimagerechtigkeitsbewegung: Dokumentation und wie weiter?

Viele von euch waren ja bei der Strategiekonferenz im Rheinland, die vom 17.-19. August auf dem Klimacamp im Rheinland stattfand. Dort kamen ganz unterschiedliche Gruppen zusammen, u.a. neugegründete Akteur*innen, die gegen Automobilkonzerne, Flugverkehr und industrielle Landwirtschaft aktiv werden wollen. Das Vorbereitungsteam hat dazu nun eine Dokumentation der spannenden Diskussionen erstellt, inklusive eines Readers mit den Strategiepapieren, die verschiedene Klimagruppen damals eingereicht hatten. Aufgrund der ereignisreichen letzten Wochen hat es etwas länger gedauert.

Die Dokumentation ist jetzt online zu finden:

[http://www.klimacamp-im-rheinland.de/wp-content/uploads/2018/11/Strategiekonf-2019-Doku.pdf]

Damit möchten wir die Strategie-Konferenz vom Klimacamp Rheinland abschließen und mit Vorfreude und zahlreichen Gedanken und Ideen auf die beschlossene und geplante Aktionskonferenz vom 11.-13. Januar (in Kassel) blicken. Hier braucht es allerdings noch Einiges an Vorbereitung, d.h. sofern ihr Interesse habt, schreibt gern eine Mail an die derzeitigen Orga-Menschen [mailto:strategie2019@riseup.net].

 

5. Spenden

Auch wenn wir für eine Welt kämpfen, in der Geld nicht mehr darüber entscheidet, was getan wird und was nicht: Um die vielen Zelte mieten, Materialien transportieren oder Geräte langfristig für die Bewegung anschaffen zu können, brauchen auch wir das Zahlungsmittel der bestehenden Verhältnisse. Darum freuen wir uns sehr darüber, wenn du einen finanziellen Beitrag leisten kannst und uns so zu mehr Handlungsfreiheit verhilfst. 🙂

Außerdem haben sicher einige vergessen, den Camp- bzw. Küchenbeitrag zu zahlen und können das selbstverständlich noch nachholen, und zwar:

Online auf der Website oder per Überweisung:

Empfänger*in: Ende Gelände

IBAN: DE48 4306 0967 1120 8464 00

BIC: GENODEM1GLS

Erschöpfte aber frohe Grüße,

eure Newsletter-Redaktion


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