Ende
Gelände
2022


Chrońmy klimat. Zatrzymajmy węgiel.

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Pressemitteilung vom 30.05.2026 um 12:00 Uhr

Hamm, 30.05.2026 12:00

Über 350 Aktivist*innen des Bündnisses Ende Gelände sind seit heute morgen um 7:00 Uhr in der Umgebung von Hamm unterwegs, um gegen den Ausbau von Gasinfrastruktur zu protestieren. Ein Teil der Demonstrierenden wird aktuell von der Polizei festgehalten. Bereits gestern erreichten und blockierten trotz mehrfachem repressiven Vorgehen der Polizei über 1.500 Aktivist*innen fossile Infrastruktur. Heute setzt Ende Gelände diesen Protest fort.

Dazu Fran Leitner, Pressesprecher*in von Ende Gelände:
„Gas ist ein Klimakiller! Es ist tödlich für Mensch und Umwelt. Durch Fracking ist Gas viel klimaschädlicher als Kohle. Aber weil die fossilen Konzerne mit Wind und Sonne, die uns kostenlos zur Verfügung stehen, keine Profite einstreichen können, setzen sie weiter voll auf Gasausbau. Die Merz-Regierung und Lobbyministerin Reiche lassen sich von ihnen die dafür passenden Gesetze diktieren. Deswegen sind wir mit weit über tausend Aktivist*innen auf den Straßen, auf den Kraftwerksgeländen und vor den Werkstoren. Wir haben bereits den Kohleausstieg erkämpft, jetzt nehmen wir den Gasausstieg selbst in die Hand.“

Gasgewinnung durch Fracking ist verantwortlich für gravierende Schäden und neokoloniale Gewalt in den Förderregionen. Bei Fracking werden hochgiftige Chemikalien mit Hochdruck in Gesteinsschichten tief unter der Erde gepumpt. Doch auch konventionell gewonnenes Gas ist mit Militarisierung und Vertreibung verbunden. Darauf weist António Muagerene aus Mosambik hin. Er unterstützt in der Provinz Cabo Delgado Binnenvertriebene.
„Die milliardenschweren Flüssiggas-Projekte in Cabo Delgado haben unmittelbar zu einer massiven Militarisierung geführt. Die zum Schutz des Projekts eingesetzten Sicherheitskräfte geraten häufig mit der lokalen Bevölkerung aneinander und verschärfen die regionale Instabilität. Dieser von Unternehmen ausgelöste Konflikt hat eine massive humanitäre Katastrophe zur Folge. Hunderttausende Binnenvertriebene sind für ihr Überleben, ihren Schutz und ihre Umsiedlung vollständig auf humanitäre Organisationen angewiesen. Wenn deutsche Unternehmen und Banken diese fossilen Projekte finanzieren oder unterstützen, machen sie sich direkt mitschuldig am Befeuern lokaler Gewalt und der sich verschärfenden Vertreibung in Mosambik.“

Tomke Jansen, Sprecherin von Ende Gelände bilanziert, wie diese zahlreichen Kritikpunkte am Gasausbau in den Aktionstagen zusammenlaufen und zum Bewegungsaufbau beitragen: „An verschiedenen Orten haben wir gezeigt, dass Klimakatastrophe, Kriege und soziale Krisen wie durch ein Brennglas im Gasausbau zusammenfallen. Daraus entsteht aktuell eine Klimabewegung, die deutlich an Größe und Vielfältigkeit gewinnt.“

Für 16:30 Uhr kündigt Ende Gelände zudem eine Pressekonferenz auf dem Hammer Klimacamp an. Wir laden Sie herzlich zu dieser Presskonferenz ein, die Sie auch im Livestream verfolgen können. Dort werden das aktuelle Comeback der Klimagerechtigkeitsbewegung und die Repressionen der letzten Tage thematisiert. Live-Übertragung der Pressekonferenz auf unserer Website: https://www.ende-gelaende.org/pressekonferenz-stream/

Kontakt
Tomke Jansen +49 179 1560556 | Sprecherin von Ende Gelände
Fran Leitner: +49 1521 4512220 | Sprecher*in von Ende Gelände
E-Mail: presse@ende-gelaende.org

Die jeweils aktuellsten Informationen finden Sie in unserem Telegram-Kanal: https://t.me/+TnPgjZXCQcRkMTli

Auf dem Ende Gelände flickr Account finden Sie Fotos von vergangenen Aktionen. Bei Interesse an einer Nutzung wenden Sie sich bitte an die dort verlinkten Fotograf*innen: https://www.flickr.com/photos/133937251@N05/albums

Hintergrund
Ende Gelände ist ein Aktionsbündnis für Massenaktionen für Klimagerechtigkeit, an denen sich tausende Menschen beteiligen. In den letzten Jahren hat das Bündnis immer wieder gegen den Ausbau von Gasinfrastruktur protestiert, beispielsweise gegen den Bau der LNG Terminals in Brunsbüttel, Wilhelmshaven und Sassnitz auf Rügen sowie zuletzt gegen einen Gasbohrturm im bayerischen Reichling. Im Ruhrgebiet, wo bereits fünf neue Gaskraftwerke angekündigt wurden, setzt Ende Gelände diesen Widerstand nun mit gebündelten Kräften fort. Das Bündnis mobilisiert seit 2022 erstmals wieder bundesweit für eine groß angelegte Massenaktion.