Pressemitteilung vom 25.09.2026

++ Schienenblockade im Hamburger Hafen ++ Waffenlieferungen stoppen ++ Klimagerechtigkeit statt Krieg++

 Hamburg, 25.09.2026
Seit heute Morgen um 6:00 Uhr haben etwa 80 Aktivist:innen des Aktionsbündnisses Ende Gelände mit einer Sitzblockade die Schienen im Hamburger Hafen besetzt. Nach Angaben des Bündnisses werden hier normalerweise Rüstungsgüter und Waffen in die ganze Welt verladen, auch nach Israel. Ihre Protestaktion ist Teil der Aktionstage von Rheintmetall Entwaffnen gegen das großangelegte NATO-Militärmanöver in Hamburg.
Dazu Lakshmi Thevasagayam, Sprecherin für die heutige Aktion von Ende Gelände: “
Überall wird gekürzt, bei Sozialausgaben, Gesundheit, Bildung oder der Klimapolitik, um damit die zusätzlichen Milliarden für Waffen und Aufrüstung zu finanzieren. Dabei bedeutet mehr Waffen immer auch mehr Gewalt. Es ist unerträglich, dass Deutschland weiter Waffen an die rechtsextreme Netanjahu-Regierung liefert. Die Beweise für einen Genozid sind längst erdrückend. Wir stellen uns diesem Verbrechen heute in den Weg.“ 
Die Bundesregierung plant 2027 140 Milliarden Euro für Verteidigung auszugeben, 30% mehr als im Vorjahr. Über die nächsten Jahre soll der Anteil an Verteidigungsausgaben auf mehr als ein Drittel des gesamten Bundeshaushaltes steigen. Erreicht werden soll das durch Kürzungen in allen anderen Bereichen.
Dazu Tomke Jansen, Sprecherin von Ende Gelände:
„Mit dem großangelegten NATO-Manöver mitten in Hamburg versucht die Bundeswehr die milliardenschwere Aufrüstung durch ein diffuses Bild der Bedrohung zu rechtfertigen. Das massive Polizeiaufgebot dabei zeigt, worum es wirklich geht: Die Polizei und das Militär üben hier gemeinsam, wie sie zusammen in Krisenzeiten Protest bekämpfen können. Wir machen uns nicht zu Statisten für ihr Kriegsspiel, sondern gehen dahin, wo jetzt schon Krieg und Zerstörung mit deutschen Waffen ermöglicht wird.“
Die hohen Militärausgaben stehen nicht nur wegen der damit einhergehenden Sozialkürzungen in der Kritik. Die weltweite Aufrüstung facht auch die Klimakrise enorm an. Fast 200 Millionen Tonnen Kohlendioxid könnten allein die zusätzlichen Rüstungsinvestitionen der Nato-Staaten jährlich verursachen, dabei sind die größte Militrämacht USA noch nicht mal mitgerechnet. Das haben die Berechnungen des Thinktank Conflict and Environment Observatory im Auftrag der Vereinten Nationen letztes Jahr errechnet.
Dazu Tomke Jansen, Sprecherin von Ende Gelände:
„Für uns ist klar, dass wir eine klimagerechte Zukunft nur dann erreichen können, wenn wir den Kreislauf von Aufrüstung und weiterer Militarisierung durchbrechen: Klimagerechtigkeit und Antimilitarismus sind zwei Seiten desselben Kampfes!“
Bereits im Mai hatte Ende Gelände mit massenhaftem zivilem Ungehorsam gegen den Gasausbau im Ruhrgebiet mit mehr als 1500 Aktivist*innen auf die Bezüge von fossilem Gas und der Rüstungsindustrie aufmerksam gemacht. Unter anderem besetzten Aktivist*innen das Werkstor von KNDS im Mülheim, wo mit fossilem Gas Panzerstahl produziert wird. Noch vor wenigen Jahren wurden dort Rotorblätter für Windräder hergestellt.
Neben den Aktionen von Ende Gelände findet heute um 16 Uhr die antirassistische Demonstration Gegen Rheinmetall und für offenen Grenzen statt. Morgen folgt eine gemeinsame Demonstation mit den Gewerkschaften unter dem Titel Hamburg bleibt untauglich. Weitere Infos zum Programm finden Sie hier: https://rheinmetallentwaffnen.org/hamburg/programm/

Kontakt

Tomke Jansen +49 179 1560556 | Sprecherin von Ende Gelände

E-Mail: presse@ende-gelaende.org

Website von Ende Gelände: www.ende-gelaende.org

Website von Rheinmetall Entwaffnen: https://rheinmetallentwaffnen.org/

Pressemitteilung zur Bilanz der Aktionen massenhaften Ungehorsams von Ende Gelände im Mai 2026: https://www.ende-gelaende.org/press-release/pressemitteilung-vom-01-06-2026-um-0900-uhr/

Auf dem Ende Gelände flickr Account finden Sie aktuelle Fotos sowie von vergangenen Aktionen. Bei Interesse an einer Nutzung wenden Sie sich bitte an die dort verlinkten Fotograf\*innen:
https://www.flickr.com/photos/133937251@N05/albums