Ende
Gelände
2017

Kohle Stoppen. Klima Schützen.

  • 24. – 29. AugustRheinisches
    Braunkohlerevier
  • 3. – 5. Novemberwährend der UN-Klimakonferenz

Über den Polizeieinsatz beschweren!

TAKE CARE! – SORGT GUT FÜR EUCH!

Infos zu Gesundheitsrisiken bei „Ende Gelände“

Schön, dass wir alle hier sind! Kohle gefährdet massiv Leben und Gesundheit von Menschen, global und hier. Sicherheit und Unversehrtheit aller gehen bei „Ende Gelände“ immer vor. Dafür wird es begründete Empfehlungen geben, die Verantwortung für Eure Entscheidungen liegt bei Euch.
Hier einige wichtige Punkte als Zusammenfassung:

1. Die Kanten des Tagebaus können sehr gefährlich sein!
Die Kanten im Tagebau sind sehr unterschiedlich: während einige problemlos begangen werden können, sind andere sehr steil, teilweise überhaupt nicht begehbar und große Verletzungsgefahr besteht. Erd- und Sandrutschungen sollten nicht unterschätzt werden. Die Fingerspitzen haben sich vorherin informiert und wissen welche Kante begehbar sind. Solltet ihr in kleinen Bezugsgruppen unterwegs sein, seid vorsichtig.
Tragt feste Schuhe, damit Ihr nicht umknickt. Geht nur auf Wegen, die Ihr Euch sicher zutraut.
Nachts ist das Risiko des Abrutschens nochmal deutlich größer, weil dann sichere Wege nicht zu erkennen sind!

2. Alle arbeitenden Maschinen (Bagger, Förderbänder, LKWs) sind gefährlich
Wir wollen mit vielen hundert Menschen die Bagger blockieren, können auf dem Weg dorthin aber diesen Riesen-LKWs, langen Förderbändern und anderen Maschinen begegnen.
Macht keine Aktionen an Maschinen im Betrieb, sondern organisiert Euch in Euren Bezugsgruppen innerhalb der „Finger“.

3. Kein Rauchen im Tagebau, auf den Schienen oder der Verladestation!
Das gilt für offenes Feuer generell. Kohlenstaub ist leicht entzündlich und kann Explosionen verursachen. Ähnlich wie Mehlstaub. Wikipedia sagt dazu:
„Eine Kohlenstaubexplosion ist die speziell im Kohlenbergbau sehr gefürchtete explosive Reaktion von Kohlenstoffpulver (Staubexplosion) mit Luftsauerstoff.
Kohlenstaubexplosionen stellen die Ursache zahlreicher Grubenunglücke im Steinkohle-, seltener auch im Braunkohlebergbau dar.“
Also seid solidarisch und lasst das qualmen sein. Wenn ihr jemanden mit einer Zigarette seht, redet mit ihm und geht auf Nummer sicher, dass die Zigarette nicht im Kohlestaub endet.

4. Der Feinstaub ist im Tagebau das vermutlich wichtigste Risiko
Staub wird eingeatmet, reizt die Atemwege, enthält Spuren giftiger Substanzen und von Radioaktivität. Menschen arbeiten jahrelang im Tagebau und sind dem Staub ausgesetzt.
Für ansonsten gesunde Menschen dürfte eine begrenzte Aktion keine größeren Probleme verursachen.
Staubmasken sind dabei sehr sinnvoll und werden Euch zur Verfügung stehen.

5. Risikogruppen, Vorerkrankungen
Allen Menschen mit Asthma, chronischen Lungenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist klar davon abzuraten, in die Grube zu gehen. Das gilt auch für Menschen, die geschwächt sind durch Magen-Darm-Erkrankungen, Abwehrschwäche, (frühere) Krebserkrankungen oder starke Medikamente. Sie haben eine wichtige Rolle in Protesten, es wird auch Widerstand außerhalb des Tagebau geben.
Alle, die regelmäßig Medikamente nehmen, müssen diese unbedingt selbst ausreichend mitbringen!

6. Sonne und Hitze
Verwendet auf jeden Fall Sonnenschutz wie Tücher, Kappen und stark wirksame Sonnencreme. (Tragt fetthaltige Sonnencreme am besten erst dann auf, wenn die Blockade steht, falls die Polizei auf dem Weg dahin Tränengas verwendet.)
Staubanzüge können vor starker Verschmutzung schützen, können aber auch das Risiko von Überhitzung bei warmem Wetter erhöhen, legt sie dann besser ab.

7. Dauer und Ort der Blockade
Der Stress, den diese Aktion vielen Teilnehmenden machen kann, ist auch für Gesunde nicht zu unterschätzen.
Eure Verantwortung ist es, mit Euch und in Euren Bezugsgruppen selbst auszumachen, wie weit Ihr gehen möchtet.
Die Dauer der Aktion steigert das persönliche gesundheitliche Risiko. Auch der Ort der Blockade spielt eine große Rolle. Geht mit Eurer Bezugsgruppe nur dorthin, wo es für alle von Euch gut ist, und bleibt nur so lange alle wollen. Fällt Eure Entscheidungen im Konsens und achtet darauf, dass sich niemand überfordert!

8. Kinder
Für Kinder unter mindestens 16 Jahren ist die Grube oder die Infrastruktur kein geeigneter Ort. Die Verantwortung liegt bei den Eltern/ Bezugspersonen. Auch und besonders hier: Achtet darauf, niemanden zu überfordern!

9. Erste Hilfe/Sanis und „Out of Action“: Was geht und was nicht?
Verantwortliche Entscheidungen treffen
Für das Klimacamp und „Ende Gelände“ haben Leute mit Erfahrung eine Erste-Hilfe Struktur aufgebaut. Diese Leute können allerdings nicht die Garantie geben, immer überall zu sein oder auch nur immer erreichbar zu sein, denn das Gelände ist riesig. Deshalb: Übernehmt Eigenverantwortung, damit medizinische Hilfe bestmöglich funktioniert.
Nehmt an den Erste-Hilfe-Kursen auf dem Camp teil. Nehmt selbst Erste-Hilfe Ausrüstung in Euren Bezugsgruppen und Fingern mit (z.B. Erste-Hilfe Kasten aus dem Auto). Falls Ihr regelmäßig Medikamente einnehmt: Bringt sie in ausreichender Menge mit.
Auf dem Camp ist eine Sani-Telefonnummer ausgehängt, notiert sie bitte. Gerne könnt Ihr Euch auch im Voraus bei Gesundheitsfragen an das Sani-Telefon wenden.
Eine andere erfahrene Gruppe bietet auf dem Camp einen Rückzugsraum für Gespräche nach belastenden Erfahrungen in der Aktion an („Out of Action“). Begleitet Menschen in Krisen gemeinsam als Gruppe aus der Aktion heraus ins Camp.

 

Passt auf Euch und auf einander auf, seid wachsam und macht nur soviel, wie ihr euch zutraut! Bezieht in die Beschlüsse Eurer Bezugsgruppen und Sprecher_innenräte die Empfehlungen der Aktionsunterstützung sorgfältig und verantwortungsvoll mit ein. Das gilt besonders auf dem Weg in die Grube und bei Entscheidungen, wo und wie lange wir die Aktion machen. Die Verantwortung für Eure Beschlüsse liegt bei Euch.

Bei rasch nötiger medizinischer Hilfe gilt in der Aktion wie immer: Ruft die zuständige Rettungsstelle: Tel. 112