Newsletter #50 – 2021: Wie geht es weiter?

In diesem Newsletter erwartet euch ein kurzer Rückblick auf das letzte Jahr und im Anschluss möchten wir euch gerne zum Bündnistreffen am 15.—17. Januar für das neue Jahr einladen!

Ein turbulentes Jahr 2020 ist vorüber. Auch vor der Klimagerechtigkeitsbewegung hat die Pandemie nicht halt gemacht. Dennoch blicken wir auf ein Jahr vieler Erfolge zurück – trotz einer herausfordernden Zeit.

In diesem Newsletter erwartet euch ein kurzer Rückblick auf das letzte Jahr und im Anschluss möchten wir euch gerne zum Bündnistreffen am 15.—17. Januar für das neue Jahr einladen!

Dezentrale Massenaktion im September 2020

3.000 Aktivist*innen haben am letzten Septemberwochenende 2020 im gesamten Rheinland erfolgreich Kohle- und Gasinfrastruktur blockiert. Business as usual war dieses Jahr nicht, dafür gab es 10 Anlaufstellen, 14 Mini-Finger und ein umfangreiches Infektionsschutzkonzept. Gemeinsam mit Fridays for Future und Alle Dörfer bleiben haben wir gezeigt: Wir lassen uns nicht aufhalten. Der Kampf gegen die Klimakrise geht weiter – nicht trotz, sondern gerade wegen Corona. Denn für Klima- sowie Corona-Krise gilt: Während Konzerne Milliardengeschenke erhalten und ungestört weiter Mensch und Planeten ausbeuten, fallen die Kosten auf jene zurück, die schon jetzt am Wenigsten haben. Mit dem Aktionswochenende haben wir gezeigt: Nicht mit uns. Wir bleiben ungehorsam. Für Klimagerechtigkeit weltweit — Kohle stoppen, Dörfer retten, Kapitalismus abbaggern!

Aktionen während der Räumung im Dannenröder Wald

Im November und Dezember haben wir uns an der Auseinandersetzung um den Dannenröder Wald beteiligt und uns gemeinsam mit den Besetzer*innen vor Ort für eine Verkehrswende stark gemacht. Seit über einem Jahr hatten Waldbesetzer*innen den Dannenröder Forst, einen intakten Mischwald in Nordhessen, vor der Rodung für eine Autobahntrasse beschützt. Der Kampf fand Ende dieses Jahres seinen Höhepunkt. Ende Gelände solidarisierte sich in zwei Spontan-Aktionen den mit Aktivist*innen vor Ort. Durch den gemeinsamen Widerstand kam die Rodung an den jeweiligen Tagen komplett zum Erliegen und konnte für den Moment erfolgreich blockiert werden. Im Dannenröder Forst wurde ein deutliches Zeichen gesetzt, dass wir als Klimagereichtigkeitsbewegung zusammenhalten und dass auch zukünftig jedes klimafeindliche zerstörerische Projekt mit kollektivem Widerstand und Blockade rechnen muss!

Tag X in Lützerath

Die Verteidigung der Dörfer gegen RWE geht auch in diesem Jahr weiter! Am 5. Januar wurde der Tag X in Lützerath bei Garzweiler ausgerufen! RWE hat, nachdem im Herbst bereits Rodungsarbeiten durchgeführt wurden, damit begonnen, Häuser für den Abriss vorzubereiten. Aktivist*innen vor Ort besetzen bereits die Dächer einiger Häuser, um zu verhindern, dass ein weiteres Dorf grundlos den Baggern von RWE zum Opfer fällt. Obwohl Gutachten klar zeigen, dass die Kohle, die unter den Dörfern liegt (die Quelle zum Gutachten findet ihr hier), für eine stabile Energieversorgung nicht nötig ist, wird aus reiner Profitgier weiter das zu Hause der Anwohner*innen zerstört und gleichzeitig jegliche Klimaziele ignoriert. Vor Ort wird ab sofort dringend Unterstützung gebraucht — also auf nach Lützerath!

Es gibt eine Ansprechperson für alle neu ankommenden Menschen, Anlaufstelle ist die Mahnwache Lützerath.

Bitte reist in euren Bezugsgruppen an und denkt an FPP2-Masken. Vor Ort gibt es ein Hygienekonzept, damit alle sicher in Aktion gehen können. Mehr Informationen zu Aktionen in Lützerath findet ihr hier: twitter.com/LuetziBleibt

Ausblick 2021

Jetzt wollen wir den Blick auf 2021 richten. Im Dezember und Januar wurden dazu bei Ende Gelände bereits spannende Debatten zu verschiedenen Themen geführt: Wie geht es weiter mit Kohle, Gas und Verkehr? Was bedeutet die Bundestagswahl für uns? Welche anderen Themen können für uns interessant sein? Diese Debatten wollen wir beim ersten Bündnistreffen im neuen Jahr zusammenführen und noch weitere Ideen für das neue Jahr spinnen.

Dazu möchten wir alle einladen, vom 15.—17. Januar beim Online-Bündnistreffen gemeinsam zu diskutieren und in ein widerständiges 2021 zu starten! Dieses und das folgende Bündnistreffen reihen sich damit in den gemeinsamen Strategieprozess der Klimagerechtigkeitsbewegung für das neue Jahr ein.

Du möchtest dieses Jahr gerne den Weg in eine klimagerechtere Politik mitgestalten? Du möchtest dich engagieren, mitdiskutieren und mit vielen anderen motivierten Menschen Möglichkeiten finden, wie wir die Klimakrise als zentrales Thema in diesem neuen Jahr platzieren und angehen können?

Dann ist jetzt ein super Zeitpunkt um bei Ende Gelände neu anzufangen oder wieder einzusteigen, denn für uns alle ist 2021 noch ein unbeschriebenes Blatt.

Los geht es am 15.1 um 17:30 Uhr mit einer Begrüßung für neue Menschen und einer Einführung in die Technik. Am Samstag wollen wir dann gemeinsam debattieren und Ideen und Positionen für das neue Jahr und darüber hinaus austauschen. Am Sonntag endet das Bündnistreffen gegen Mittag.

Wir freuen uns auf Dich!

Wir treffen uns Digital über die Software BigBlueButton. Die Zugangsdaten bekommst Du, wenn Du Dich hier anmeldest.

https://www.ende-gelaende.org/anmeldung-digitales-bt/

Wir freuen uns auf viele alte und neue Gesichter, auf Diskussionen, auf spannende Gespräche und auf viele neue kreative Ideen! Wir als Klimagerechtigkeitsbewegung sind auch in diesem, neuen Jahr wieder besonders laut und besonders unbequem!

Auf gehts ab gehts Ende Gelände! Bist du dabei?


News

Shut shit down ! Ein Ende Gelände-Leitfaden für Aktivist*innen

2. Februar 2021 Seit unserer ersten Aktion im Jahr 2015 ist Ende Gelände nach und nach zu einer Inspiration für andere Klimagerechtigkeitsgruppen in ganz Europa geworden und unsere International AG erhält oft Anfragen von internationalen Aktivist*innen, die ihre eigene Version von Ende Gelände umsetzen wollen. Deshalb haben wir uns entschlossen, die Fragen, die uns häufig gestellt werden, zu … Weiterlesen Weiterlesen ...

#NotMyEnergiewende – Folge 2: Was hat kolumbianische Steinkohle mit der Energiewende zu tun?

20. Dezember 2020 Deutsche Kohleförderbetriebe und Kraftwerksbetreiber dürfen sich über hohe Entschädigungszahlungen freuen. Gleichzeitig gehen die Menschen, auf deren Kosten unser Wohlstand beruht, leer aus. Deutschland zieht sich damit erneut aus seiner historischen Verantwortung. Mit diesem Einführungstext, am Beispiel der Steinkohleförderung in Kolumbien, der auf Berichten unserer Freund*innen aus diesen Regionen beruht, möchten wir diese Praxis deutlich machen. Weiterlesen ...