Newsletter #53 – Gas-Infrastruktur abmähen!

Hier sind wir schon wieder – mit ganz frischen Neuigkeiten für euch! Zum einen beleuchten wir heute weiter unsere Ende Gelände Sommeraktion vom 29.07 – 02.08.2021 in Brunsbüttel, ein Zeitraum in dem global Aktionen gegen Erdgas stattfinden werden. Warum Brunsbüttel der perfekte Ort für einen Widerstand gegen die Gasindustrie ist, wie ihr daran teilnehmen und Mobi Material bekommen könnt, erfahrt ihr hier. Außerdem gibt es noch eine Nachricht aus Argentinien obendrauf.

Viel Spaß mit dem Newsletter # 53!

1. Warum Brunsbüttel?

2. Nachricht aus Argentinien an Menschen im Globalen Norden

3. Online Info-Veranstaltung Sommeraktion 2021 – 28.06. um 19 Uhr

4. Werde Teil von Ende Gelände

5. Infos zur Aktion & Mobi Material

6. Gemeinsam gegen die Tierindustrie: Massenaktion und Camp bei PHW/Wiesenhof vom 12.-17.Juli in Niedersachsen

7. Klima und Rechts. How dare you!?

1. Warum Brunsbüttel?

Warum gehen wir im Sommer nach Brunsbüttel? Hier soll die Fracking-Infrastruktur ausgebaut werden und dabei die fossile Energiegewinnung gefördert werden. Wir sagen dazu „Ende Gelände!“ und stellen uns lautstark dagegen! Unternehmen wie YARA, Covestro und Sasol haben sich zum „ChemCoastPark“ zusammengeschlossen. YARA produziert Kunstdüngerkomponenten und hat dadurch einen riesigen Gasverbrauch. Sasol gehört zur südafrikanischen Sasol-Gruppe, produziert Petrochemieprodukte und hat einen enormen Ölverbrauch, der zum Teil aus der Nordsee-Bohrinsel Mittelplate von Wintershall DEA gedeckt wird. Wintershall DEA ist Deutschlands größter unabhängiger Öl- und Gaskonzern und frackt u.a. in Argentinien. Brunsbüttel Ports betreibt mehrere Häfen, darunter ein Steinkohlehafen. Von dem LNG-Terminal würde vor allem die Chemieindustrie profitieren, weswegen die Konzerne enormen Druck machen um den Ausbau durchzubringen.

In Brunsbüttel konzentriert sich also eine Industrie, die auf neokolonialer Ausbeutung in Förderregionen von Gas, Steinkohle und anderen Produkten basiert und einer gerechten Gesellschaftstransformation im Weg steht.

Und nun soll ein LNG-Terminal den Wahnsinn noch vergrößern! Wir sagen Schluss damit und blockieren alldiejenigen, die von der Ausbeutung am meisten profitieren und Druck für dieses Terminal machen!

2. Nachricht aus Argentinien an Menschen im Globalen Norden

Fernanda, Anti-Fracking Aktivistin (Extinction Mendoza und Alianza contra el fracking) aus Mendoza (Argentinien):

„Die Ölschiefer-Lagerstätte [Anm. der Red.] ‚Vaca Muerta‘ erstreckt sich über eine Fläche von 30.000 km² in Argentinien und ist weltweit das zweitgrößte Feld unkonventionellen Gases und das viertgrößte unkonventionellen Erdöls […]. Die Regierung unseres Landes befreit diese Unternehmen [die hier fossile Energien fördern] von Lizenzgebühren und Steuern, während sich niemand mit diesen multinationalen Konzerne anlegt, die von den Regierungen ihrer Heimatländer gedeckt werden.

Einmal mehr haben wir es mit einem Neokolonialismus von Unternehmen und Regierungen des Globalen Nordens zu tun. Fracking und das Gas, das als LNG (Flüssigerdgas) gefördert und in Europa verbraucht wird, hat zur Folge, dass Menschen erkranken und sterben.

Wir können nicht von Klimagerechtigkeit sprechen, während wir hier die Folgen der Verletzungen grundlegender Rechte durchleben müssen. So haben Menschen z.B. keinen Zugang mehr zu Trinkwasser, da jeder Förderschacht 30 Millionen Liter Wasser nutzt, das dadurch unwiederbringlich verseucht wird. Es werden Menschenrechte verletzt, wenn Gemeinden vertrieben werden, ihre Häuser verlassen müssen und der Protest von unseren Regierungen mit juristischen Mitteln kriminalisiert wird um uns zum Schweigen zu bringen […].

Es ist dringend notwendig, dass wir beginnen, Verbindungen zwischen den Orten der Förderung und des Verbrauchs in Europa zu knüpfen. Wir rufen euch daher auf, euch diesem Kampf zu verschreiben und Druck auf die Megakonzerne und die mitschuldigen Regierungen auszuüben, die unser Territorium zerstören.“

Den Originalbeitrag (Spanisch) und weitere internationale Widerstandsbewegungen gegen Erdgas könnt ihr in unserem Webinar vom 02.06. nachhören.

3. Online Info-Veranstaltung Sommeraktion 2021 – 28.06. um 19 Uhr

Der Kampf gegen fossile Energieträger geht weiter. Dieses Jahr fokussiert sich Ende Gelände auf die kolonialen Kontinuitäten von fossilem Gas und auf das Thema Fracking. Aber warum ist der Kampf gegen fossiles Gas jetzt so wichtig? Was ist fossiles Gas überhaupt und wofür wird es gebraucht? Und zu guter Letzt – Was genau plant Ende Gelände in Brunsbüttel und wie könnt ihr dabei sein?

Diese und weitere Fragen werden beim Webinar am 28.06. von einer Expertin und einer Pressesprecherin von Ende Gelände beantwortet.

Nach einer erfolgreichen internationalen Diskussionsrunde am 06.07., aus welcher auch die Nachricht von Fernanda oben stammt, geht es weiter mit unserem deutschen Teil zu „Ende Gelände vs. fossil gas – infos and mobilization“.

Schaltet euch online dazu am 28.06. von 19:00 – 20:30 Uhr
Über diesen stream: https://stream.hyteck.de/

4. Werde Teil von Ende Gelände

Die Planungen laufen derzeit auf Hochtouren! Dabei suchen viele Gruppen nach Unterstützung von Menschen, die sich aktiv an den Vorbereitungen und in der Arbeit von Ende Gelände beteiligen möchten!

Hast du Lust die interne Arbeit kennenzulernen? Hier findest du alle unsere Arbeitsgruppen, die sich über Unterstützung freuen.

Hast du Lust, lokal Menschen kennenzulernen? Hier findest du unsere Ortsgruppen, die sich über eine E-Mail von euch freuen.

Keine Zeit, dafür aber ein paar Euro übrig? Wir freuen uns auch über finanzielle Unterstützung – egal wie groß oder klein!

Spenden kannst du einfach über die Ende-Gelände-Webseite oder über das Spendenkonto:

Ende Gelände
IBAN: DE48 4306 0967 1120 8464 00 – BIC: GENODEM1GLS

5. Infos zur Aktion & Mobi-Material

Jetzt kommen wir zum Punkt, auf den ihr alle schon gewartet hattet: Infos zur Aktion, zum wunderschönen Mobi Material und zum Camp!

Woher bekomme ich Mobi Material?

Ihr wollt Ende Gelände in eurer Stadt bekannter machen? Euer Lieblingscafé hat zwar endlich wieder auf, aber die Wände sind so kahl? Dafür gibt es endlich wieder frisches Mobi-Material! Bis spätestens zum 20.06. könnt ihr noch bestellen – wie das geht steht hier geschrieben.

Gibt es ein Camp dieses Jahr?

Natürlich wird es dieses Jahr auch in Brunsbüttel ein Camp geben, immernoch etwas kleiner als Vor-Corona-Zeiten, aber inklusive eines durchdachten Hygienekonzepts.

Was erwartet mich auf dem Camp?

Für Grundbedürfnisse ist natürlich gesorgt – es wird eine Verpflegung auf Solibasis geben, grundlegende sanitäre Einrichtungen und vereinzelt Internet. Bringt bitte Zelte zum Schlafen mit, organisiert euch – eine Zeltbörse vor Ort ist nur sehr abgespeckt möglich durch die Hygienesituation. Für das Schlafen in Bussen, Womos oder Wohnwägen gibt es dieses Jahr leider keinen Platz. Mehr Infos kommen dazu bald auf www.ende-gelaende.org!

Wie kann ich helfen?

Natürlich wird es vor, während und nach der Aktion viele helfenden Hände brauchen. Es hilft uns enorm bei der Planung, wenn ihr euch bereits vorab melden könntet. Schaut dafür einfach regelmäßig auf der Webseite vorbei, da wird es bald ein Onlinetool zum Einzutragen geben.

Zugänglichkeit

Camps zu organisieren ist für uns als Camp AG ein andauerender Lernprozess: Wir sind uns dessen bewusst, dass die Campstrukturen für viele Menschen in der Vergangenheit nicht ideal waren. In der Vorbereitung geben wir unser Bestes das Camp möglichst barrierearm, diskriminierungsarm und rassimussensibel zu gestalten und auf spezifische Bedürfnisse einzugehen. Weiteres dazu folgt bald online.

Hygienekonzept

Auch in diesem Jahr starten wir unter Pandemiebedingungen im Camp und in die Aktion. Um genau das möglich zu machen erarbeiten wir ein Hygienekonzept, welches an die aktuelle Corona-Lage angepasst werden wird. Haltet euch darüber informiert!

Organisation Gruppenanreise

Wenn ihr als größere Gruppe eine gemeinsame Anreise plant, bitte meldet euch unbedingt bei der MobiKo (busmobi@ende-gelaende.org) um weitere Informationen und ggfs. Unterstützung zu erhalten. Auch dazu wird es bald auf der Homepage weitere Informationen geben.

6. Gemeinsam gegen die Tierindustrie: Massenaktion und Camp bei PHW/Wiesenhof vom 12.-17.Juli in Niedersachsen

Die Klimakatastrophe schreitet rasend schnell voran, der Amazonas-Regenwald brennt unaufhörlich und immer mehr Ökosysteme brechen zusammen. Ein wichtiger Grund: Die Tierindustrie.

Um Futtermittel zu erzeugen, werden gigantische Waldflächen vernichtet, während Menschen hungern um auf wertvollem Land Tierfutter für den Globalen Norden zu produzieren. Arbeiter*innen schuften in den Ställen, Schlacht- und Zerlegebetrieben unter unwürdigen Bedingungen. Empfindsame Tiere werden zur Ware, leiden und sterben qualvoll in den Tierfabriken während Agrar- und Fleischkonzerne Rekordumsätze auf Kosten von Menschen, Tieren und unser aller Zukunft machen.

Daher wird das Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ zwischen dem 12. und 17. Juli 2021 in einer Massenaktion zivilen Ungehorsams die Betriebe des größten deutschen Geflügelzüchters PHW/Wiesenhof in Rechterfeld (Niedersachsen) lahmlegen.

Mehr Infos findet ihr hier.

7. Klima und Rechts. How dare you!?

Bis zum 13.7. geht es jeden Dienstag um 19:30 (online und auf Deutsch oder Englisch mit deutscher Simultanübersetzung) um die Verknüpfung oder Vereinnahmung von Klimathemen durch rechte Akteur*innen.

Am 22.6. um 19:30 Uhr wird es eine Podiumsdiskussion geben zum Thema “Die Grenzen und das Klima schützen“ – Das Konzept „Klimaflucht“ zwischen Anerkennung und rechter Vereinnahmung statt. Und am 29.6. geht es unter dem Titel „Rechte Ideologien rund um Überpopulation“ um das nächste spannende Thema.

Die bisherigen Veranstaltungen und kommenden Termine findet ihr hier.

Über https://stream.hyteck.de/ könnt ihr direkt streamen.

Das war’s mal wieder – mehr Infos folgen dann im Juli! Stay tuned!

Bis bald,

Euer Newsletter-Team


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