Ende
Gelände
2019


Kohle stoppen. Klima schützen.

Hunderte blockieren Braunkohle-Tagebau in Nordböhmen

Ende Gelände bei tschechischer Massenaktion für Klimagerechtigkeit

Zusammen mit 500 Menschen aus ganz Europa haben Aktivist*innen von Ende Gelände am Samstag an einer Aktion zivilen Ungehorsams im nordböhmischen Braunkohlerevier teilgenommen. Rund 100 Personen gelang es, in den Tagebau Bilina einzudringen und dort Förderbänder und Bagger zum Stillstand zu bringen. Unter dem Motto „Limity jsme my“ (Wir sind die Grenzen) protestierten sie für den sofortigen Kohleausstieg in Tschechien und für Klimagerechtigkeit weltweit.

Tschechien gehört zusammen mit Deutschland und Polen zu den »Kohleländern« Europas. Das Land hat den viertgrößten Pro-Kopf-Ausstoß von CO2-Emissionen in Europa. Nordböhmen ist das Zentrum der tschechischen Kohleindustrie, schon 80 Dörfer wurden hier schon für den Braunkohletagebau abgebaggert.

„Während die Kohlekonzerne Profite machen, leiden Menschen im globalen Süden schon heute unter den Auswirkungen der Klimakrise. Um dieses Unrecht zu stoppen, müssen die ältesten und dreckigsten Kohlekraftwerke des Landes sofort abgeschaltet werden, allen voran das Kraftwerk Počerady“, sagt Michal Štarha von „Limity jsme my“.

„Auf der ganzen Welt stehen Menschen auf und erheben ihre Stimmen gegen die fossile Industrie – auch in der tschechische Republik. Wir fordern ein Ende der fossilen Energien, um sicherzustellen, dass eine würdiges Leben auf dem Planeten möglich ist“, sagt Marika Volfová von „Limity jsme my.

„Treibhausgase halten sich nicht an Ländergrenzen, deshalb ist auch unser Protest für Klimagerechtigkeit grenzenlos. Gemeinsam mit vielen anderen Menschen haben wir an diesem Wochenende ein starkes Zeichen für den Kohleausstieg gesetzt, der in Tschechien ebenso unverzüglich erfolgen muss wie in Deutschland“, sagt Karolina Drzewo, Sprecherin von Ende Gelände.

Vom 25.-29. Oktober 2018 wird Ende Gelände den Tagebau Hambach im Rheinischen Braunkohlerevier blockieren, um die Abholzung des Hambacher Forsts zu verhindern.


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