Protestaktionen gegen Ergebnis der Kohlekommission im Rheinischen Revier

++ Aktivist*innen blockieren Bagger im Tagebau Garzweiler ++ Bewohner*innen ziehen rote Linie ++ Bedrohte Dörfer müssen geschützt werden – – Die Aktionen am Tagebau Garzweiler II sind eingebettet in eine bundesweite Aktionswoche zum Protest gegen den Abschlussbericht der Kohlekommission.

Keyenberg. Eine Gruppe von 7 Menschen blockiert seit 6:30 Uhr einen Bagger des Tagebaus Garzweiler II im Rheinischen Braunkohlerevier. Der Bagger, der sich auf Keyenberg zubewegt, musste angehalten werden. Zeitgleich demonstriert etwa ein Dutzend Bewohner*innen aus von der Abbaggerung bedrohten Dörfern mit einer Mahnwache. Sie ziehen am Grubenrand des Tagebaus eine rote Linie gegen die Zerstörung ihrer Dörfer und des Klimas. Die Klimaaktivist*innen und Bewohner*innen aus Dörfern wie Keyenberg und Berverath protestieren mit den Aktionen gegen die Ergebnisse der Kohlekommission.

„Dieser Kohlebagger frisst sich durch die Landschaft direkt auf mein Zuhause zu. Jede Stunde, die er stillsteht, ist eine gute Stunde“, sagt Andre Brosch aus Berverath. In ihrem Abschlussbericht sagt die Kohlekommission den Energieversorgern Entschädigungen in Milliardenhöhe zu, während Formulierungen zum Schutz der bedrohten Dörfer und des Hambacher Walds schwammig bleiben oder ganz fehlen.

„Ein Ausstiegsdatum 2038 ist kein Konsens, sondern der Totenmarsch für die Pariser Klimaziele. Es ist ein Verbrechen, dass die Bundesregierung das 1,5-Grad-Klimaziel aufgeben will. Das lässt die Bewegung für Klimagerechtigkeit nicht zu! Die Menschen, die den Bagger blockieren, leisten effektiven Klimaschutz“, sagt Daniel Hofinger von der Gruppe ausgeCO2hlt zu den Aktionen.

„Ob Keyenberg oder Dörfer in Kolumbien und Russland – So lange Deutschland Braun- und Steinkohle verfeuert, wird weltweit die Lebensgrundlage von Menschen zerstört. RWE lässt sich den Pseudo-Kohleausstieg vergolden, während die Betroffenen ihre Dörfer verlieren sollen. Das ist ein Skandal“, so Hofinger. Nach den Plänen der Kohlekommission würde Deutschland noch 20 Jahre Steinkohle verstromen, die die Energiekonzerne zu hundert Prozent importieren. In den Abbaugebieten kommt es zu Menschenrechtsverletzungen und zu Umweltzerstörung.

Die Aktionen am Tagebau Garzweiler II sind eingebettet in eine bundesweite Aktionswoche zum Protest gegen den Abschlussbericht der Kohlekommission. Nach den Baggerbesetzungen des Bündnisses Ende Gelände am 4. Februar 2019 in der Lausitz kamen 18 der Aktivist*innen in Untersuchungshaft. Ihnen wird Hausfriedensbruch vorgeworfen. „Der Protest am heutigen Tag zeigt, dass sich Menschen, die für Klimagerechtigkeit kämpfen, von absurder Kriminalisierung nicht einschüchtern lassen“, sagt Hofinger.

Kontakt:
Andre Brosch: 02431 9735255
Daniel Hofinger: 0163 489 3657

E-Mail: presse@ausgeCO2hlt.de
Twitter: @ausgeCO2hlt
Fotos: https://www.flickr.com/photos/133937251@N05/albums/72157689537021653


News

Ende Gelände Newsletter #2/26

22. April 2026 Vom 24. Mai bis 02. Juni kommen wir im Klimagerechtigkeits-Camp in Hamm zusammen. Wir wollen eine Woche zusammen leben, lernen, kochen und uns über Bewegungsgrenzen hinweg austauschen. Im Camp gibt es viel zu tun und Du kannst mithelfen! Weiterlesen ...

Ende Gelände Newsletter #1/26

13. April 2026 Es war länger still von unserer Seite, jetzt wird der Ende Gelände Newsletter wieder regelmäßiger in Euer Postfach flattern. Fokus des Newsletter in nächster Zeit wird die Massenaktion von Ende Gelände sein. Ja, richtig gelesen: Ende Gelände goes Massenaktion again ! Vom 28.-30.5. entern wir das Ruhrgebiet und nehmen den Ausstieg aus Gas und Aufrüstung selber in die Hand ! Viel Spaß beim Lesen & gerne Feedback, Kritik und Anregungen zurückmelden. Weiterlesen ...

Ende Gelände dem fossil-faschistischen Big Tech

17. März 2026 Ende Gelände ist bei der Cables of Resistance Bewegungskonferenz in Berlin. Bei der Konferenz werden interessierte Menschen, Aktivisti und Bewegung zusammen kommen um sich zu vernetzen und die Anti Big Tech Bewegung weiter voran zu treiben. Wie Aktionen gegen Big Tech aussehen könnten, dazu wird Ende Gelände einen Workshop geben. Weiterlesen ...