FAQ 2020

Inhalt:

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Wer kann mitmachen?

Bei „Ende Gelände!“ können grundsätzlich alle mitmachen. Als gemeinsame Basis haben wir einen Aktionskonsens vereinbart: Das Ziel von Ende Gelände ist es, mit einer möglichst großen Zahl von Menschen in den Braunkohletagebau und zu anderer Infrastruktur fossiler Energien zu gelangen und sie lahmzulegen. Dabei ist uns wichtig, dass die Situation für alle transparent bleibt, und dass auch Leute mit wenig oder keiner Aktionserfahrung mitmachen können. Deshalb bieten wir in den Tagen vor der Aktion an vielen Orten Aktionstrainings, Sanitätsworkshops und Infoveranstaltungen an. Wir empfehlen bereits im Vorfeld der Aktion an dezentralen Trainings- und Infoveranstaltungen teilzunehmen.
Wenn du im Vorfeld nicht die Möglichkeit hast an einem Aktionstraining teilzunehmen, wird es eine abgespeckte Version auch bei den Anlaufstellen geben. Schaue dir dafür unbedingt das Video mit dem theoretischen Part an.

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Was unterscheidet Ende Gelände von anderen Aktionsformen?

Seit vielen Jahren gibt es in Deutschland engagierten Widerstand gegen die Tagebaue und die Verstromung von fossilen Energieträgern. Ende Gelände versteht sich als eine Widerstandsform unter vielen gegen die größten CO2-Produzent*innen Europas. Im Gegensatz zu Blockaden von Baggern in Kleingruppen setzt Ende Gelände auf den Faktor Masse. Dabei soll möglichst vielen Menschen ermöglicht werden einen Schritt weiter zu gehen als bei Demonstrationen und Menschenketten um aktiv CO2-Ausstoß zu verhindern. Über unser Ziel, fossile Infrastruktur zu blockieren und die Förderung und Verstromung von fossilen Energieträgern zu verhindern, sprechen wir im Vorfeld öffentlich – auch weil wir unser Anliegen angesichts der Dringlichkeit des Klimawandels für absolut legitim halten.

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Ist das nicht verboten?

Dass der Klimawandel menschengemacht ist und es dringend Maßnahmen braucht, die für eine deutliche Reduzierung der CO2-Emissionen sorgen, ist in der Wissenschaft und der Öffentlichkeit unstrittig. Und dass die Folgen des fortschreitenden Klimawandels Milliarden von Menschen treffen und treffen werden – insbesondere die, die am wenigsten dazu beigetragen haben – lässt sich ebenfalls nicht leugnen. Doch die Politik übt sich in Sonntagsreden mit inhaltsleeren Zielvereinbarungen für Mitte des Jahrhunderts und legt gleichzeitig die Grundsteine für zusätzliche Emissionen. Sei es bei der Erweiterung von Tagebauen, dem Ausbau von Gaskraftwerken oder der Aushandlung von weiteren Freihandelsabkommen. Auch wenn die Klimakonferenz im Dezember 2015 in Paris hehre Ziele von höchstens 1,5 C Erwärmung beschlossen hat – von einer wirksamen Umsetzung ist noch nichts zu merken. Das Kohleeinstiegsgesetz spricht von einem Ausstieg aus der Braunkohle 2038!
Ja, Ende Gelände ist nicht vom Gesetzbuch gedeckt, aber angesichts dieser Politik ist Ende Gelände absolut legitim und notwendig. Es entspricht der Tradition des zivilen Ungehorsams dem formalen Recht eine eigene, breitere Form der Legitimität von unten entgegenzustellen. Mehr Infos zu rechtlichen Folgen sind unter Rechtliches zusammengestellt.

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Wie kann ich teilnehmen?

Es gilt: Wer früher kommt ist besser vorbereitet. Uns ist eine gemeinsame Vorbereitung wichtig. Am besten ist es dafür, wenn ihr bis Donnerstagmorgen anreist. Nehmt an Aktionstrainings teil, kommt über die Verteilerstellen zu den Anlaufstellen (Infos zur Anreise), besprecht euch mit eurer Bezugsgruppe und verschafft euch einen Eindruck von den umliegenden Aktionsorten.

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Was sind Verteilerstellen, Anlaufstellen und was ist mit dem Camp passiert?

Aufgrund der Corona Pandemie wäre es fahrlässig, mit mehreren Tausend Menschen an einem Ort zu campen. Deshalb werden wir dieses Jahr kein Camp mehr haben sondern dafür um die 10 Anlaufstellen. Die Anlaufstellen werden unterschiedlich sein, bei manchen wird im Zelt übernachtet, bei anderen in Turnhallen oder Wohnungen. Nicht alle Anlaufstellen werden alles bieten können, was ihr von unseren bisherigen Camps gewohnt seid.
Die Orte der Anlaufstellen werden nicht öffentlich kommuniziert. Um alle Menschen auf die Anlaufstellen zu verteilen, wird es drei Verteilerstellen geben: zwei am Kölner Hauptbahnhof (am Süd- und am Nordausgang) und eine am Bahnhof von Mönchengladbach. Von dort aus werdet ihr zu eurer Anlaufstelle geschickt. Wenn ihr mit einem organisierten Bus anreist, kommt ihr direkt zu eurer Anlaufstelle. Hier findet ihr genauere Infos zur Anreise.

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Eine Massenaktion während Corona?

Während dieser Pandemie lässt sich die Klimakrise leider nicht pausieren. Weiter sind die ersten Auswirkungen der Klimakrise spürbar, vor allem im globalen Süden. Daher müssen wir weiter für Veränderungen aktiv sein und dürfen unseren Protest nicht unterbrechen. Die Frage ist also: Wie kann eine Corona-kompatible Massenaktion aussehen?
Bis zur Aktion wird ein umfangreiches Hygienekonzept ausgearbeitet, das die Anlaufstellen, die Aktion, die Küche und die Anreise umfasst. Bitte informiert euch vor der Abfahrt über das Konzept. Die wichtigsten Veränderungen sind die Reduzierung von Menschen an einem Ort, weswegen es mehrere Anlaufstellen und viele kleine Finger geben wird auf die sich die Aktivist*innen aufteilen.

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Mit dem Rollstuhl in der Blockade?

Es wird wieder mehrere Finger geben; darunter ebenso einen bunten Finger, in dem auch Menschen im Rollstuhl, mit Rollator oder körperlichen Einschränkungen die Möglichkeit haben, an unserer Aktion zivilen Ungehorsams mitzuwirken. Mehr und aktuelle Infos zum bunten Finger bekommst du hier.

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Ich bin noch nicht 18, kann ich mit blockieren?

Die Anti-Kohle-Kidz (AKK) schaffen extra ein Angebot für junge Menschen, auch unter 18. Sie haben einen eigenen, auf sie speziell zugeschnittenen Aktionskonsens und noch weitere Informationen für Eltern und Bezugspersonen. Hier findest du alle Infos zu AKK. Selbstverständlich kannst du auch bei allen anderen Fingern mitgehen.

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Kann ich auch mitmachen, wenn ich keinen zivilen Ungehorsam leisten möchte?

Alle sind herzlich eingeladen sich in dem Rahmen zu beteiligen, wie jede*r es sich zutraut. Wer kein Betriebsgelände betreten möchte, kann an der Abbruchkante, auf den Zufahrtsstraßen und vor den Toren mit einer Demo protestieren und damit die Aktion unterstützen.
Außerdem braucht es viele Helfer*innen rundherum – etwa in der Logistik oder bei den Anlaufstellen. Hier findet ihr offene Aufgaben und könnt euch für diese melden.

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Wie verhalten wir uns während der Aktion?

Auf dem Weg zum Aktionsziel könnten Polizeiketten oder Absperrungen versuchen, uns aufzuhalten. Wir werden diese umgehen oder durch sie hindurchfließen, indem wir Lücken ausnutzen. Dabei wollen wir uns nicht stoppen lassen und steigen nicht auf mögliche Eskalationsstrategien der Polizei ein. Wir wollen niemanden verletzen, gehen weder gegen Polizist*innen oder ihre Fahrzeuge vor. Unser Ziel ist es zum Tagebau, zu den Schienen oder anderer Infrastruktur von fossilen Energieträgern zu kommen und dort Platz zu nehmen. Unser größter Schutz ist die massenhafte Beteiligung – auch von Presse und Prominenten. Wir werden in der Blockade Strohsäcke, Schaumstoff und Luftmatratzen mit uns führen, damit wir unsere Blockade bequem gestalten können. Wir werden uns ruhig und besonnen verhalten; wir gefährden keine Menschen. Mehr dazu im Aktionskonsens. Infos zu Gesundheitsrisiken und Gefahren bei Ende Gelände-Aktionen findet ihr außerdem hier.

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Welche rechtlichen Folgen kann es geben, wenn ich bei Ende Gelände teilnehme?

Unter Rechtliches haben wir einen Überblick über mögliche rechtliche Folgen zusammengestellt. Je größer die Zahl der Menschen ist, die teilnimmt, desto geringer ist das Risiko, dass die Aktion juristische Konsequenzen nach sich zieht.
Es sollte sich jedoch jede*r darüber bewusst sein, dass Teilnehmer*innen an Aktionen von Ende Gelände in Gewahrsam genommen und eventuell sogar bestraft werden können. Aber denk daran: Das wird dich nie allein treffen. Die Solidarität der anderen Festgenommen und das Wissen um die Solidarität der Leute draußen, die sich um eure Freilassung kümmern, wird dir helfen. Informiert euch über eure Rechte, z.B. bei der Roten Hilfe, durch den Podcast vom Legal Team (Stand NRW 2019), in der Rechtshilfe-Broschüre (Stand NRW 2020) oder bei den Infoveranstaltungen in unterschiedlichsten Städten im Vorfeld der Aktion.

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Was ist eine Bezugsgruppe?

Eine Bezugsgruppe ist ein Zusammenschluss von etwa 4 bis 10 Menschen, die sich gegenseitig vertrauen und auf einer Aktion gemeinsam agieren. Bei dieser Gruppengröße bleibt allen Beteiligten genug Zeit zum Reden, und trotzdem wird die Zeit für Entscheidungen nicht zu lang. Bezugsgruppen haben hauptsächlich zwei Funktionen:
1. Sie ermöglichen während einer Demo, Aktion oder Ähnlichem den bestmöglichen Schutz für die Einzelnen. Bezugsgruppen sollen aufeinander acht und den Einzelnen einen Rahmen zum Thematisieren ihrer Ängste geben.
2. Bezugsgruppen sind ein wichtiger Beitrag zur Selbstorganisation. Zum einen ermöglichen sie es großen Gruppen, besser zu agieren, indem z. B. über ein Delegierten-System Entscheidungsstrukturen aufgebaut werden. Zum anderen bietet die Bezugsgruppe eine gute Möglichkeit, die Aktion nicht nur zu konsumieren, sondern sich mit eigenen Inhalten und Aktionen in die gemeinsame Aktion einzubringen.

Lest mehr zu Bezugsgruppen auf diesen Seiten:

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In meiner Stadt hat im Vorfeld kein Aktionstraining stattgefunden – kann ich trotzdem bei Ende Gelände mitmachen?

Na klar! Voraussichtlich werden an den meisten Anlaufstellen Aktionstrainings angeboten. Die Aktionstrainings bei den Anlaufstellen werden aufgrund des Hygienekonzepts und Zeitmangels abgespeckt sein. Schaue dir vor dem verkürzten Aktionstraining dafür unbedingt das Video mit dem theoretischen Part an. Bitte plant außerdem genug Zeit vor dem Blockadezeitraum (Fr-So) ein, um an einem Aktionstraining teilnehmen zu können.

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pporterWas sollte ich mitnehmen?

Da das Gelände, insbesondere im Braunkohletagebau, ziemlich unwegsam ist, bringt unbedingt festes Schuhwerk mit, am besten Wanderschuhe. Auch robuste, alte Klamotten, die dreckig werden dürfen sind wichtig (am besten lange Ärmel und Hosen u.a.). Sowohl Sonnen-, als auch Regenschutz solltet ihr einpacken, wer weiß, wie das Wetter wird. Bei manchen Anlaufstellen wird es auch Verpflegung geben, wichtig ist, dass ihr euch vor der Aktion ein Lunchpaket richtet und Wasserflaschen dabei habt. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Polizei Pfefferspray oder Tränengas einsetzt, ist es besser, Brillen statt Kontaktlinsen zu tragen und zunächst auf Fettcremes oder Schminke zu verzichten, und statt dessen die Sonnencreme im Gepäck zu haben, so dass ihr versorgt seid, wenn die Blockade steht. Und für den Fall das es länger dauert – packt Taschen- oder Stirnlampen ein.
Bitte nehmt außerdem 3 FFP2 Masken ohne Ausatem-Ventil, 2-3 Alltagsmasken, 2 Kugelschreiber und Desinfektionsmittel mit in die Aktion, sodass wir auch in der Aktion und auf der Blockade auf Hygiene achten können. Vergesst nicht, euch  eure Corona ID und eure EA Nummer zu erzeugen und mitzunehmen.
Hier gibt’s eine ausführliche Packliste!

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Wird uns die Polizei nicht daran hindern, zum Aktionsziel zu kommen?

Unser Aktionsgebiet ist riesig. Die Polizei kann nicht kilometerlang alles absperren. Außerdem führt unser Weg durch Felder und Wälder. Anders als in einer Stadt müssen wir nicht auf den Wegen bleiben, sondern können Polizeisperren umgehen. Wenn wir mehr Aktivist*innen sind als Polizist*innen, können wir uns so weit in die Breite ziehen, bis irgendwo eine Lücke entsteht.

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Wie lange wollt ihr blockieren?

Unser Ziel ist es, die Infrastruktur so lange wie möglich zu besetzen. Richtet euch also darauf ein und packt ausreichend Wasser, Essen und Wetterschutz ein. Wir werden vor Ort versuchen, gemeinsam über das Ende der Aktion zu entscheiden.

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Muss ich unbedingt mein Gesicht zeigen?

Nein, keine Person muss sich kenntlich machen. Kreative Verkleidung gehört genauso zur Aktion wie erkennbare Gesichter.

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Was ist ein Finger?

Als Finger bezeichnen wir eine Gruppe an Aktivist*innen, die sich gemeinsam auf den Weg zu einem Aktionsziel macht. Vor der Aktion wird es bei den Anlaufstellen Fingerplena und -trainings geben in denen erklärt wird, wie wir uns im Finger bewegen und organisieren. Dieses Jahr werden die Finger im Vergleich zu den vergangenen Jahren kleiner sein, dafür wird es aber mehr verschiedene Finger geben, die auf unterschiedliche Bedürfnisse besonders achten. Informationen zu den unterschiedlichen Fingern findet ihr hier.

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Ich möchte am Freitag zu einer Fridays for Future Demo gehen. Kann ich danach auch bei Ende Gelände mitgehen?

Ja, prinzipiell kannst du das. Es ist jedoch wichtig, dass sich jede*r Aktivist*in vor der Aktion gut vorbereitet. Dazu gehört ein Aktionstraining und möglicherweise ein Rechtshilfe und Sanitäter*innenworkshop. Wenn du also erst zum Aktionsplenum am Freitag kommst, um am Samstag in die Aktion zu gehen, solltest du die nötigen Workshops und Trainings schon absolviert haben. Das kannst du in den Tagen und Wochen vor der Aktion in einigen Städten machen. Außerdem solltest du bis zum Aktionsplenum eine Bezugsgruppe gefunden haben. Was das ist, erfährst du hier. Falls du das Aktionsplenum verpasst, raten wir dir, NICHT bei der Ende Gelände Aktion teilzunehmen. Doch es gibt ja noch viele weitere Möglichkeiten, im Rheinland am Samstag zu demonstrieren. Zum Beispiel bei der Demo von Fridays for Future in Hochneukirch.

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Ich kann leider am Freitag erst spät anreisen. Kann ich trotzdem teilnehmen?

Die Blockaden finden von Freitag bis Sonntag statt. Wann der letzte Finger losziehen wird, ist unklar. Du solltest aber auf jeden Fall spätestens zum Aktionsplenum an Freitag Abend gehen. Wenn du das nicht schaffst, raten wir dir davon ab, mit einem Finger zu blockieren.